Linux von A bis Z
Geschrieben von: @studipiepst Sonntag, den 18. Januar 2009 um 16:46 Uhr
Für viele sind wesentliche Grundbegriffe wie Bootloader, Distribution, Gnome... Fremdbegriffe. Dieser Artikel beschäftigt sich mit diesen, damit man nicht gänzlich auf verlorenem Posten steht.ALSA
Alsa (Advanced Linux Sound Architecture) wurde als Ersatz für das veraltete und kommerzielle Open Sound System entwickelt und ist etwa bei Suse Linux inzwischen das Standard-Soundsystem.
Bootloader/Bootmanager
Programm, das beim Booten die auf der Festplatte installierten Betriebssysteme zur Auswahl anzeigt und anschliessend das vom Anwender ausgewählte System startet.
Der Bootloader oder auch Bootmanager lädt dann das eigentliche Betriebssystem von Festplatte, CD/DVD, Diskette, einem USB-Stick oder einem anderen Speichermedium. Moderne Linux. Distributionen bringen üblicherweise die Bootloader Lilo und Grub mit.
cron
Mit dem Konsolenprogramm cron lassen sich bestimmte Aufgaben in festgelegten Zeitabständen automatisch ausführen. crom startet beim Hochfahren des Systems und läuft dann als Daemon im Hintergrund. Der Daemon liest die Datei crontab im Verzeichnis /etc aus, die festlegt, welche Aufgabe er erledigen soll. Mit cron lassen sich etwa Backups automatisieren.
Cups
Das Common Unix Printing System (Cups) hat sich als Linux-Standard-Drucksystem etabliert. Cups stellt den Anwendern die gerätespezifischen Eigenschaften des jeweiligen Druckers so zur Verfügung, dass diese für jeden Druck individuelle Einstellungen vornehmen können.
Daemon
Ein Disk and Execution Monitor - kurz Daemon - ist ein Hintergrundprozess, der auf Ereignisse wartet, sie auswertet und dann entsprechend reagiert. Für gewöhnlich erwartet ein Daemon keine Eingabe des Anwenders und erzeugt keine Bildschirmausgabe. Bei Fehlern nimmt er Einträge in die Logdateien vor. Daemons erledigen Routineaufgaben wie den Zugang zum Internet oder die Übertragung von Druckdateien an den Drucker.
Distribution
Eine Sammlung von aufeinander abgestimmten Linux-Programmpaketen, die zusammen eine arbeitsfähige Installation ermöglichen. Im Gegensatz zu Windows gibt es nicht eine Linux, sonder eine Vielzahl an unterschiedlichen Distributionen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten oder Schwerpunkte.
Ext2/Ext3
Ext2 (Second Extended Filesystem) ist das unter Linux am weitesten verbreitete Dateisystem, das sich über Jahre bewährt hat. Es unterstützt lange Dateinamen und die Vergabe von Zugriffsrechten.
Sein Nachfolger Ext3 ist vollständig kompatibel zu Ext2, eine Umstellung des Systems vom einen um anderen ist daher recht einfach. Ext3 unterstützt allerdings zusätzlich Journaling, es merkt sich also, welche Dateien gerade bearbeitet werden und noch auf die Festplatte geschrieben werden sollen. Stürzt das System ab, kann damit schnell wieder ein konsistentes System hergestellt werden, ohne das dazu das gesamte Dateisystem überprüft werden muss. Längere Ausfallzeiten lassen sich so vermeiden.
Gnome
Die Idee zur grafische Bedienerführung GNU Network Object Model Environment (Gnome) entstand 1997 im Zuge der Lizenz Streitigkeiten. um KDE. Gnome wurde mit der Absicht entwickelt, eine reine Open.Source-Desktop-Umgebung zu schaffen. Es basiert auf der Programmiersprache C.
Gnome liefert zahlreiche Anwendungen mit, etwa den Browser Epiphany, den Dateimanager Nautilus oder den Personal Information Manager Evolution.
GNU - GPL
Die GNU General Public License ist eine Lizenz für Open-Source-Programme. Sie legt fest, dass der Quellcode der unter ihr veröffentliche Sofware dem Programm selbst beiliegt, frei zugänglich ist und von jedem beliebig verändert sowie angepasst werden darf. Diese Erlaubnis gibt es unter einer Bedingung: Die daraus entstehende Software wird ebenfalls wieder unter der GPL freigegebenen und frei verfügbar gemacht.
Home-Verzeichnis
Jeder Benutzer eines Linux-Systems erhält unter /home/"Username" ein eigenes Verzeichnis, in dem er sämtliche Zugriffsrechte hat. Ausser root hat ein anderer Benutzer Zugriff auf das Home-Verzeichnis eines anderen.
Im Home-Verzeichnis liegen sowohl die persönlichen Daten des Anwenders als auch die persönlichen Konfigurationsdateien der von ihm benutzten Programme. Sie tragen in der Regel einen vorangestellten Punkt im Dateinamen (beispielsweise ".wine") und sind damit versteckte Dateien oder Ordner.
Im einem Terminal-Fenster kann der Pfad eines aktuellen Nutzers zu seinem Home-Verzeichnis mit einer Tilde ("~") abgekürzt werden. Gibt der Anwender "User" also "~/Documents" ein, entspricht das der Eingabe von "/home/"User"/Documents".
Howto
Howtos sind Kurzanleitungen, etwa zur Einrichtung und Konfiguration eines Modems oder Netzwerks unter Linux. Viele Distributionen liefern eine umfangreiche Howto-Sammlung mit.
KDE
Die frei verfügbare grafische Desktop-Oberfläche K Desktop Environment (KDE) basiert auf der Programmersprache C++ und der Oberflächenbibliothek Qt von Trolltech.
Erst als Trolltech die Bibliothek 1998 in einer freien Version zur Verfügung stellte, konnte KDE auch in Distributionen wie Debian GNU/Linux aufgenommen werden, die ganz auf Open-Source-Software setzten. KDE bring viele Anwendungen mit, darunter den Browser und Dateimanager Konqueror, den Mail-Client Kmail, die Office-Suite KOffice und mehr.
Kernel
Der von dem Finnen Linus Torvalds zusammengestellte Kern des Betriebssystems. Die Bezeichnung Linux steht streng genommen nur für den Kernel. Dieser erledigt beispielsweise die Speicher- und Prozessverwaltung, die Verwaltung der Gerätetreiber und die Steuerung des Mehrbenutzersystems.
Kernel-Modul
Kernel-Module sind Gerätetreiber unter Linux. Die Besonderheit: Sie werden nicht fest in den Kernel integriert, sonder liegen als Module vor, die bei laufendem System eingebunden und wieder entfernt werden. Der Befehl "lsmod" zeigt die geladenen Module an, mit "modprobe modulname" lässt sich ein fehlendes Modul manuell auf der Konsole nachladen-
Kompilieren
Übersetzen eines in einer Programmiersprache geschriebenen Quelltextes in ein für den Rechner ausführbares Programm. Ein Compiler wie gcc (GNU C Compiler) erzeugt aus de Quelltext die für den PC verständliche Maschinensprache.
Konsole
Die Schnittstelle zur Eingabe von Befehlen durch den Benutzer, über die er mit dem System kommunizieren kann. Die Konsole wird häufig auch als Terminal bezeichnet. Hier kann der Anwender Befehle eingeben und Meldungen des Systems entgegennehmen.
Linux kann auf einem Rechner mehrere (virtuelle) Konsolen gleichzeitig verwalten; bei den meisten Distributionen sind standardmässig sechs vorgesehen. Mit der Tastenkombination "Alt"-"Strg"-"F1 bis F6" wechselt der Anwender auf eine davon, mit "Alt"-"Strg"-"F7" geht's zurück auf die grafische Oberfläche. Für Konsolenzugriffe auf der grafische Oberfläche lässt sich ein Terminal-Fenster öffnen.
Mounten
Einbinden eines Dateisystems, einer Partition oder eines Disketten- oder CD-/DVD-Laufwerks in das Linux-Dateisystem, so das ein Zugriff drauf möglich ist.
Mountpoint
Verzeichnis, in das ein anderes Dateisystem oder Speichermedium, etwa ein USB-Stick, eine Diskette oder eine Partition, eingebunden (gemountet) wird.
Open Source
Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist, in der Regel im Internet, und die verändert sowie weiterentwickelt werden darf. Anders als bei proprietärer Software können hier viele Menschen den Quelltext einsehen. Fehler können so schneller gefunden und korrigiert werden. Ein weiterer Vorteil dieses Prinzips: Es lässt sich leicht überprüfen, ob unerwünschte Funktionen - etwa zum Sammeln von Informationen über den Anwender - implementiert wurden.
Prozess
Programme oder ausführbare Dateien im Linux-System laufen in Prozessen ab. Mit dem Befehl "top" beispielsweise lassen sich in einem Terminal-Fenster die Prozesse, die auf dem System gegenwärtig laufen, sowie einige weitere Informationen dazu anzeigen. Jeder Prozess ist mit einer Prozess-ID (pid) versehen. Mit dem Befehl "kill " kann der Anwender Prozesse - etwa abgestürzte grafische Programme - von der Konsole aus oder in einem Terminal-Fenster einzeln und gezielt beenden.
root
Der Linux-Systemadministrator mit uneingeschränkten Zugriffsrechten, auch Superuser genannt. Das Home-Verzeichnis von root liegt - im Gegensatz zu denen anderer Anwender - nicht in /home, sondern als Ordner /root im Wurzelverzeichnis /, das verwirrender weise manchmal ebenfalls als root bezeichnet wird.
Tux
Der Pinguin mit Namen Tux ist seit etwa 1996 das offizielle Linux-Maskottchen und Logo. Der Tux wurden von Larry Ewing entworfen.
Versteckte Dateinen/Ordner
Dateien und Ordner, deren Namen mit einem Punkt beginnen, werden als "versteckt" bezeichnet. Der Kommandozeilenbefehl "ls" zeigt versteckte Objekte nur mit der Option "-a" an.
Auch grafische Dateimanager, beispielsweise der Konqueror, müssen im Menü etwa unter "Ansicht, Versteckte Dateien anzeigen" erst ausdrücklich dazu aufgefordert werden. versteckte Dateien und Verzeichnisse sichtbar zu machen. Der Vorteil versteckter Datei-Objekte bei der Täglichen Arbeit: Diese Dateien verstellen Ihnen nicht mehr die Sicht auf Arbeitsverzeichnisse und Dokumente.
Zugriffsrechte
Unter Linux gibt es drei Zugriffsrechte: eine Datei lesen ("r" für read), schreiben ("w" für write) und sie ausführen ("x" für execute). Der Befehl "ls -l" gibt den Inhalt des aktuellen Ordners aus und liefert Infos über Rechte und Eigentümer.





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